Ser. 3. No. 7. (2019)
Thesis abstracts

Die Silexproduktion im Kontext der Südosttransdanubischen Gruppe der spätneolithischen Lengyel-Kultur

Kata Szilágyi
Móra Ferenc Museum, Szeged
Published October 16, 2020
How to Cite
Szilágyi, K. (2020). Die Silexproduktion im Kontext der Südosttransdanubischen Gruppe der spätneolithischen Lengyel-Kultur. Dissertationes Archaeologicae, 3(7), 281-299. https://doi.org/10.17204/dissarch.2019.281

Abstract

Dieser Artikel fasst eine Dissertation zusammen, die 2019 verteidigt wurde. Grundlage dieser Doktorarbeit
bilden die fast 6200 Fundstücke von lithischem Material aus der Fundstelle Alsónyék-Bátaszék, Ungarn. Diese
werden mit einer ähnlichen Menge an Silexmaterialien aus den Inventaren der anderen veröffentlichten spätneolithischen Fundstätten aus Südosttransdanubien verglichen. Als erstes Thema wird eine Charakterisierung
der lokalen Verwendung von lithischen Rohstoffen in den verschiedenen lithischen Inventaren vorgestellt. Diese
wurde im Zuge einer Prospektion untersucht, deren Ziel es war, die primären Rohstoffquellen zu lokalisieren
und die prähistorischen Methoden der Rohstoffbeschaffung zu rekonstruieren. Das zweite Thema ist eine Analyse der Techniken zur Herstellung von Steinwerkzeugen und der Gebrauchsmuster von Artefakten. Auf dieser
Grundlage wird ein Blick auf die gesamte chaîne opératoire der Steingeräteproduktion geworfen, wobei der
Schwerpunkt auf dem Ablauf des Produktionsprozesses liegt, der von der Suche nach den Rohstoffquellen in
ihrer spezifischen Umgebung über die Auswahl der Vorbereitungs- und Herstellungsverfahren innerhalb der
Siedlung bis zur Deponierung in den Gräbern reicht. Dies gibt uns ein besseres Verständnis für die Bedeutung
der natürlichen Umwelt, die Kenntnis des Rohstoffs und der Beschaffungsmethoden auf der Grundlage der
Rohstoffauswahlstrategie der jeweiligen Gemeinschaften, in diesem Fall der südosttransdanubischen spätneolithischen Lengyel-Kultur. In der Siedlung lassen sich das technologische System der Gemeinschaft, mögliche
Aktivitätszonen und Muster der Werkzeugnutzung durch das Studium der lithischen Artefakte rekonstruieren.
Bei den in Bestattungen deponierten Steinwerkzeugen vollzieht sich eine Transformation von einem durch-
schnittlichen Gebrauchs-/Alltagssteinwerkzeug zu einem eindeutigen Symbol im Bestattungskontext, das wiederum auf die Umweltumgebung („die physische Welt“) zurückgeführt werden kann.